Ob und wie man über die Leiden der Deutschen reden solle (Nachtrag zu gestern)

Seit ich im Sommer „im Krebsgang“ von Günter Grass gelesen habe (angeregt dadurch, dass eine meiner Schülerinnen den Roman im Deutschunterricht lesen muss), habe ich wieder über die Frage nachgedacht, ob und wie man wieder über deutsche Opfer reden solle. Der Teil D von „mit Rechten reden“ (hier mein Kommentar dazu) und der gestrige Film samt anschließender Diskussion waren weitere Anlässe.

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Neues aus der Reihe: Besuche bei erinnerungspolitischen Veranstaltungen einschließlich Diskussion

Heute habe ich mir den Film „Volksgenossinnen“ von Dirk Alt im Kino im Künstlerhaus in Hannover angesehen. Um es kurz zu sagen: Die Interviews mit „Zeitzeuginnen“ lohnen sich sehr, der Rest des Filmes, also alles, wofür der Regisseur verantwortlich ist, eher nicht.

Erzählt wird die Rolle/Situation/Haltung von Frauen im Dritten Reich, mit einem kurzen Vorlauf zu Kaiserreich und Weimarer Republik. Schon in diesem Vorlauf war einiges merkwürdig, zum Beispiel der Blick auf den Versailler Vertrag.

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Mit Rechten reden: Statt Parley

 

Zum Abschluss laden die Autoren die Rechten zu einem Gespräch ein, eine einstellige Zahl von Diskutanten und Diskutantinnen auf jeder Seite, am besten auf jeder Seite gleich viele, und dann ein gemeinsames Gespräch. Das Kapitel enthält viele Bemerkungen zu „pirates of the carribean“, ist aber für diejenigen, die als Nicht-Rechte nicht von diesem Vorschlag angesprochen sind, eher langweilig.

Daher zum Abschluss der Kritik dieses Teils meine eigene Position zum Thema „Reden mit Rechten“:

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Mit Rechten reden: Teil D

 

Zusammenfassung:

Die Autoren bieten den Rechten ein Gespräch an, da sie finden, dass in einigem, das die Rechten sagen, zumindest ein Körnchen Wahrheit liege. Das ließe sich aber nur im Streitgespräch herausfinden. „Wenn euch etwas an der Zustimmung außerhalb eurer eigenen Kreise gelegen ist, solltet ihr also die Nähe von uns Nicht-Rechten suchen“ (S. 133). Die Bedingung sei aber, dass sie ihre „Sprachspiele“ unterließen.

Anschließend diskutieren sie einige zentrale inhaltliche Punkte der Rechten. Es ginge ihnen dabei aber nicht darum, Recht zu behalten oder die andere Seite platt oder fertig zu machen. Sie hoffen, dass die Rechten ihre Angst vor einem Gespräch verlieren (S. 134).

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Mit Rechten Reden: Teil C

 

Der rechte Denunziant/Informant liegt im Sterben. Kurz bevor er stirbt, erzählt er den drei Autoren einen Traum, in welchem alle Rechten der Stadt erst in ein Wäldchen deportiert (es ist nicht klar, ob die waldliebenden Rechten sich vorher selbst dorthin zurückgezogen hatten) und dann entweder in Umerziehungslager oder in Folterlager gesperrt werden (S. 80ff). Ein paar Tage später stirbt er.

Die Autoren organisieren ihm ein Waldbegräbnis, anschließend sinnieren sie über das, was ihnen er erzählt hat. Sie nennen es den rechten Opfermythos: Rechte halten sich für Repräsentanten jenes Deutschlands, das seit je her leidet, angefangen mit dem „Schandvertrag“ von Versailles (S. 88). Sie leiden unter dem, was das Ausland angeblich Deutschland antut, aber auch unter dem, was die Linken ihnen antun, etwa wenn skandalisiert wird, dass Sieferles Buch „Finis Germania“ auf einer Bestenliste gelandet ist . Die Autoren kritisieren die Skandalisierung, sie sind der Ansicht, dass dies dem Opfermythos der Rechten in die Hände spiele (S. 89ff).

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